Die folgende Anweisung beschreibt den Instanzenweg, demzufolge jeder, der über durchschnittliche Übung mit einem PC verfügt und eine Digitalkamera besitzt, einen großen Bestand an Digitalphotos in einfachen Schritten für die Publikation im World Wide Web aufbereiten kann. So können vor allem Kosten für einen Webservice und Speicherplatz im Online-Webaccount gespart werden.
Der Fall: Sie haben einen Webspace bei einem kostenpflichtigen Webhosting-Dienst oder einem Free Webspace Provider (zum Beispiel Jimdo.de, GMXhomepage.de, CwCity.de, Xail.net) gemietet. Die nötigen Illustrationen haben Sie mit einem Homepage-Baukasten erstellt oder Sie haben einige Ihrer Bilder einem professionellen Webservice übergeben, der die Bildbearbeitung im Rahmen einer Inklusivpreis-Vereinbarung übernahm.
Nachdem Ihre Webpräsenz schon eine Zeit am Netz ist, möchten Sie Ihrer Website endlich eine Fotogalerie zufügen, wie Sie sie schon öfter bei Freunden und Bekannten gesehen haben: Geordnet nach Alben, mit Diashow- und Bewertungs-Funktion, die einzelnen Bilder auf verschiedene Betrachtungsgrößen skalierbar usw.
Ihr Webdienst übernimmt gern die Einrichtung Ihrer Galerie, doch Sie können die Kosten für die Bildbearbeitung auf ein Minimum reduzieren, wenn Sie selbst die Aufbereitung zu internetfähigen Bild-Formaten übernehmen. Die Schritte dahin werden (für Windows-Nutzer) ausführlich in folgender Tabelle beschrieben. Vorbedingung: Stellen Sie bitte die Fileansicht in der Windows-Systemsteuerung, Ordneroptionen, so ein, dass die Dateierweiterung auf Ihrem Monitor zu sehen ist. Ihre Bildfiles sollten fortan in der Regel nicht nur "Name" heißen, sondern "Name.JPG".
1.
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Legen
Sie auf Ihrer Festplatte eine Verwaltungsstruktur für Ihre
Bilder analog zu Ihrer Online-Galerie an: Verzeichnisse
vertreten hier die späteren Fotoalben, geordnet nach Themen, Jahren,
Orten. Angenommen, Sie wollen Ihre Reisen publizieren, etwa so wie
folgt: Die Jahreszahl wird vorangestellt, damit die Verzeichnisse =
Alben automatisch in chronologischer Reihenfolge erscheinen. Im
Beispiel: Die Fotos der Reise "Island 2005" legen sie in einem Folder
2005_Island. Wenn Sie nicht die Zahl voranstellen, reiht
sich z. B. Indien_2009 VOR Island_2005.
BEACHTEN SIE auch: Leerstellen in Web-URIs – also
auch in Filenamen – werden mit der Zeichenfolge %20
ersetzt. Außer, dass der Filename schlecht lesbar wird, ist die Länge
von URIs begrenzt (derzeit auf ca. 800 Zeichen). Daher: Gewöhnen Sie
am besten daran, alle Leerstellen im Namen von Files durch
Unterstrich zu ersetzen – der stört am wenigsten. |
Fragen? |
2.
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Sie haben nun Ihre besten Fotos, sagen wir, durchschnittlich 10, offline in folgende Verzeichnisse geordnet: 2005_Island, 2006_Namibia, 2007_Rheingau, 2008_California, 2009_Indien, 2010_Thailand. Macht 6×10 = 60 Bilder. Hinzu kommen Bilder anderer Kameras, die Ihre Frau und Freunde gemacht haben, zusammen mit Ihren sind es 100 Bilder, die in die engere Wahl kommen. Bilder, die Sie machten, tragen von Ihrer Kamerasoftware erstellte Namen wie: IMG_506.JPG, 507.JPG usw. Die Bildfiles Ihrer Gattin haben Bezeichnungen wie: PICT_1011.JPG usw. Und Ihre Freunde Horst und Sybille übersandten Files, die auf DSCN_4553.JPG und DSCF_2048.JPG lauten. Das muss vereinheitlicht werden, überhaupt benötigen die Bilder aussagefähige Kurztitel, damit Sie sie später online wiederfinden oder auch, falls Sie das Einpflegen einer Galerie einem Dritten – einem Webmaster z. B. – übergeben, damit dieser die Aufnahmen zuordnen kann. Das Umbenennen mehrerer Files in Windows ist mühsam. Um eine rationelle Massenumbenennung von Files (nicht nur Fotos) zu erreichen, laden Sie am besten das Programm Total Commander (TC) von www.ghisler.com herunter. Das Programm ist Shareware. – Zur Re-Identifizierung, von welcher Kamera eine Datei stammt, s. unten Abschnitt 9., EXIF-Datei. | Fragen? |
3.
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Installieren
und öffnen Sie Total Commander, navigieren Sie mit den Pfeiltasten
Ihres PC im TC z. B. Ihr erstes Bildverzeichnis
2005_Island an. Verzeichnisse öffnen und schließen Sie
mit 1x Drücken der ENTER-Taste. Wählen Sie die Bilder nach Gruppen
aus: Zuerst Ihre eigenen 5 IMG-(oder DSC... – wie sie heißen
mögen)Bilder. Wie das Auswählen im TC funktioniert, lesen Sie bitte
in der implementierten TC-Hilfe; es gibt auch instruktionelle Videos
auf YouTube. Wenn Sie nun eine ROT
markierte Auswahl erstellt haben, öffnen Sie unter dem Reiter "Files"
(oder "Dateien") das Multi-Rename-Tool (oder
Mehrfach-Umbenenn-Tool). Sie müssen die Filenames nun nicht mit der
Jahrzahl beginnen; in einem guten Galerieprogramm können Sie die Fotos
anordnen, wie Sie möchten. Belassen Sie aber in jedem Falle die
laufende Nr., die Ihre Kamera-Software vergibt, in den Filenamen, damit
Sie die Files in der Reihenfolge ihrer Aufnahmezeit rückverfolgen
können. Heißen Ihre 5 Island-Files also bislang: IMG_506.JPG, 507.JPG
usw., empfehle ich, sie in Island_2005_506.jpg,
Island_2005_507.jpg umzubenennen. Die von der
Kamerasoftware in der Regel GROSS geschriebene Dateierweiterung "JPG"
stellen Sie bitte auch gleich auf Kleinschreibung um. Im Dialogfeld
Multi-Rename-Tool des TC gibt es dafür ein eigenes Unterdialogfeld
"EXT" = Extension (deutsche
Sprachversion: Erw. =
Erweiterung).Zwischenschritt: Spätestens nach Umbenennung Ihrer Files in kategorisierende Namen sollten Sie eine Sicherungskopie auf einem externen Speichermedium wie z. B. einer CD-ROM vornehmen. Wenn Sie bei den nächsten Schritten – Skalieren und Komprimieren Ihrer Fotos – doch versehentlich mal ein Bild überschreiben sollten, können Sie nun die Originaldatei von Ihrem Backup-Medium wieder herstellen. |
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4.
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Digitalkameras
produzieren je nach Voreinstellung unterschiedliche Formate, die Files
unterschiedlicher physikalischer Größe erzeugen. Das ist auch
abhängig von der Auflösung, das heisst der Zahl der enthaltenen
Pixel, der so genannten Pixeldichte (ppi). Eine durchschnittliche
Customer-Kamera der Firma CANON etwa bringt bei Auflösung von 180 ppi
Files in den Abmessungen von 2048 x 1536 Pixeln ein File von um 1,4
Megabyte auf der Festplatte hervor. Im Normalfall belässt man es beim
werksseitig voreingestellten Format oder nimmt einmalig eine bevorzugte
Einstellung vor. Besonders bei Außen- und Landschaftsaufnahmen aber,
also z. B. bei Reisen, wählt man ein größeres Format mit dem Ziel,
später nur Details der Aufnahme als Ausschnitt zu publizieren. Wie
auch immer, für das Web gilt die Regel: Kein File darf größer als 100 Kilobyte
sein! Denn alles darüber verlängert die Ladezeit bei
Internetzugängen mit wenig Übertragungskapazität (Modem: 54 KB!).
Die Folge: Der Besucher bricht den Download der Seite nach einer halben
Minute frustriert ab. Das können Sie als Betreiber Ihrer Website nicht
beabsichtigt haben wollen. Wer im Internet publiziert, will von
möglichst Vielen beachtet werden. Hier bietet das JPG-Format den
Vorteil, dass ein JPG-File mit nur geringen Pixelverlusten komprimiert
werden kann. Doch das ist schon der nächste Schritt. In der Regel kann
der Festplatten-Speicherbedarf eines Bild mit den genannten Abmessungen
auch schon durch Skalieren auf ein Zehntel seines
Ausgangsumfangs reduziert werden. Für ein durchschnittliches
Net- oder Notebook mit einem 12- bis 15,4-inch-Bildschirm und einer
Auflösung von 1280x800 ist eine Auflösung von 800x600 Pixeln für Ihr
Foto mehr als ausreichend – ob auch "beeindruckend", hängt doch wohl
mehr vom Bildmotiv und seinem Eindruck auf die Mehrheit der Betrachter
ab. Laden Sie zum massenweisen Skalieren bitte den PIXresizer herunter. Hierin
können Sie eine Mehrzahl von Fotos gleichzeitig laden und auf das
(für Online-Galerien empfohlene) 800x600-Format skalieren. Aber ACHTUNG: Beugen Sie dem versehentlichen Überschreiben Ihrer Originaldatei vor, indem Sie in jedem Bildverzeichnis ein Unterverzeichnis anlegen, in das Sie das skalierte Bild sichern. Im Beispiel: Legen Sie im Folder Island_2005 einen Unterfolder Island_2005web
an und sichern Sie dort die PIXresizer-Ergebnisse hinein. Geben Sie den
Files ggf. Namenszusätze, damit die Files auch
künftig von den Originaldateien unterschieden werden können, indem
sie beispielsweise dem Namensraum vor der Erweiterung ein "k" (für
"klein") oder "s" (für small) anhängen. Benutzen Sie dazu ggf. wieder
den TC. |
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5.
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Nun haben Sie eine Reihe verkleinerter Bild-Dateien, die, um im oben genannten Beispiel zu bleiben, jeweils eine Größe von 120-160 KB aufweisen. Das ist aber, wie oben schon gesagt wurde, für das Internet immer noch zu groß. Hier bleibt wie erwähnt nur der Weg, das JPG-Image auch noch zu komprimieren, mit geringen Abstrichen an der Qualität. Dafür erscheint ein Fotobetrachtungsprogramm wie IrfanView sehr geeignet. Laden Sie bitte auch (separat) das Plugin-Paket herunter. | Fragen? |
6.
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Installieren Sie zunächst das Plugin-Paket und starten Sie einen Test: Rufen Sie das skalierte Foto, hier: 145 KB Umfang, auf und sichern Sie es neu. Beim Druck auf die Schaltfläche "Speichern" sollte nun ein Dialogfeld erscheinen, in welchem sich die JPG-Qualität durch Schieberegler einstellen läßt. In der Regel genügen 70% der Originalqualität, ohne dass das typische JPG-Rauschen an den Farbrändern auftritt; für das menschliche Auge ist der Unterschied kaum zu bemerken. Die Filegröße sollte nun 100 KB deutlich unterschreiten. Ist auch das Plugin-Paket installiert, sollte ferner im Speichern-Dialog ein Kontrollkästchen RIOT Plugin aktivierbar sein. Dies Plugin setzt die Qualität einheitlich auf 65 KB herab. Bei Bildern der genannten Ausgangsgrößen sollten damit keine sichtbaren Rauscheffekte eintreten. BITTE BEACHTEN: Im "Speichern unter"-Dialogfeld sollte unten am Rand des Dialogfenster das Kästchen "Original Datum/Zeit behalten" aktiviert sein! | Fragen? |
7.
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Oft
genügt es aber wie erwähnt auch, ein Bild zu beschneiden, und schon
ist eine internetfähige Größe erreicht. Im Beispiel: Sie haben auf
einer Hochzeit ihre besten Freunde beim Tanzen aufgenommen. Die beiden
haben die Situation erfasst und wären als Bildausschnitt ein perfektes
Doppelportrait, wäre da nicht der weiß ausgeblitzte Haarkranz des
Schwiegervaters links im Vordergrund. Den Vater der Braut haben Sie
noch oft genug auf anderen Bildern getroffen; hier heißt es:
Ausschneiden. Erstellen Sie dazu eine Markierung um
die Köpfe und Schultern ihrer Freunde – Freistellen, sichern als:
Hanne_und_Marko_497.jpg – fertig! Nur nebenbei sei
erwähnt, dass die Farbprofilwerte eines Ausschnitts erheblich vom
Ausgangsbild abweichen können. Es empfiehlt sich daher, ZUERST den
Ausschnitt vorzunehmen und DANN z. B. den Weißabgleich in einem
Fotobearbeitungprogramm wie TheGimp herzustellen. |
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8.
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Viele
Bildergalerien bieten die Möglichkeit, die im IPTC-Bereich enthaltenen
Daten wie Bilderunterschrift (Caption), Kommentare etc. auszulesen und
auf Knopfdruck automatisiert z. B. als Popup einzublenden – ein
nützliches Feature, besonders dann, wenn man durch Anbringung eines
Copyright-Vermerks in die dafür vorgesehene Zeile seinen
Urheberanspruch deutlich gemacht sehen will. Ich empfehle Ihnen, diese
kleine Mühe, die im IrfanView nur einige Minuten mehr Zeit in Anspruch
nimmt, wenigstens bei Bildern mit ästhetischem Anspruch
durchzuführen. Denn wer seine Files und Daten ins Internet stellt, ist
– sie los. Ein Copyrightvermerk stellt bei einer frei zugänglichen
Bildergalerie immerhin eine gewisse Hemmschwelle für die unbefugte
gewerbliche Vermarktung durch Andere dar. Schritte:
Öffnen Sie im IrfanView ein beliebiges Foto im Verzeichnis
Island_2005. Klicken Sie dann unter dem linken Reiter
Datei auf die Schaltfläche
Thumbnails. IrfanView öffnet nun eine
Dateimanager-Ansicht ähnlich dem Windows Explorer, links den Filebaum
Ihres Hauptverzeichnisses, rechts werden alle Bilder des
Verzeichnisses, indem Sie gerade mit dem Programm aktiv sind, als
große Icons geladen (die Ansichtsgröße hängt von der Zahl der
Bilder im Verzeichnis ab; hier wird wie gesagt von ca. 10 ausgegangen).
Das ist auch gut so, denn Sie wollen den Copyright-Vermerk in ALLEN
Bildern des Verzeichnisses mit einer Operation anbringen. WÄHLEN Sie
nun ALLE Bilder durch die Tasten-Kombi strg + A
(englische Tastatur: ctrl + A) aus; Sie können auch einzelne Bilder
durch Anklicken auswählen. Gehen Sie nun mit der Maus links auf den
Menüreiter "Datei" und dort auf das Submenü JPG -
verlustfreie Operationen. Indem Sie mit der Maus darüber
streichen, erscheint ein Popup-Menü, in dem vier Funktionen angeboten
werden. Wählen Sie mit der Maus das unterste: IPTC-Daten
schreiben (selektierte Bilder). IrfanView öffnet ein Fenster
IPTC Information, die Einfügemarke steht schon in der
ersten Zeile namens "Copyright". Verzichten Sie darauf, das
Copyright-Symbol © mühsam aus der Windows-Zeichentabelle zu kopieren.
Ein gutes Galerieprogramm stellt so etwas automatisch zur Verfügung.
Tragen Sie also nur das Jahr, Ihren Namen und eventuell Ihren Ort ein:
"2010 Max Mustermann, Berlin". BEACHTEN SIE: Unter dem
rechten Reiter Options sollte die Einstellung
"Keep original file date/time"
aktiviert sein; sonst erhält Ihr Foto möglicherweise
ein neues Entstehungsdatum. |
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9.
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Jede
gute Digitalkamera bettet in den Kopf der JPG-Datei eine
Meta-Information ein, die so genannten EXIF-Daten.
Dieser Datensatz ist – jedenfalls mit den Mitteln eines
durchschnittlichen Anwenders – nur punktuell änderbar. Wohl aber
kann er, in den meisten Fällen unbeabsichtigt, entfernt werden,
beispielsweise durch Änderung des Dateiformats (etwa durch ein
Windows-Programm in das Format .BMP). Der EXIF-Dateikopf enthält von
der Kamerasoftware generierte Daten unter anderem über das
Kameramodell, seine Softwareversion, die Motiveinstellungen,
Auflösung, Dateiabmessungen und das sekundengenaue
Entstehungsdatum der Datei. Vor allem dies ist von
Interesse. Denn während andere Angaben wie Auflösung und Abmessungen
der Datei schon durch die oben beschriebenen Schritte relativiert
werden, trägt die Dateikopie spätestens bei der Übertragung auf den
Server auch ein neues Entstehungsdatum. Allein der EXIF-Dateikopf
konserviert viele der ursprünglichen Generierungsdaten und ist
von den meisten Galerieprogrammen auslesbar. Es kann
demzufolge nicht angehen, dass, um im Beispiel zu bleiben, eine
Aufnahme eines Elefanten in Namibia (2006) mit der eines Artgenossen in
Indien (2009) verwechselt werden kann. Als zusätzliche Maßnahme wurde
oben (sub 1.) empfohlen, in jedem Fall die laufende Nummer bei der
Neubenennung der Fotodatei beizuhalten. Windows kann den EXIF-Datensatz
nur durch umfassende Änderungen der Ordneroptionen auslesen. Dabei
muss aber jede Eigenschaft einzeln zur Darstellung ausgewählt werden.
In Irfanview hingegen kann der gesamte Datensatz mit einem Klick auf
den Hauptmenüpunkt Bild-Information (= der große,
blaue Button) aufgerufen werden. Auf diese Weise ruft auch die
Galeriesoftware den Inhalt der EXIF-Datei auf und verbindet deren
wichtigste Angaben mit denen, die im IPTC-Datensatz mitgeteilt
werden. BENUTZEN SIE die EXIF-Daten zur Sortierung Ihrer Fotos, z.B. um eine Diashow zu redigieren. Wenn Sie sonst nichts Genaues über die Entstehungsumstände Ihrer Fotos erinnern ODER in Ihre Zeitreihe ein Foto einer anderen Kamera einordnen wollen, wobei Ihnen die laufende Nr. als Aussage wenig nützt, rufen Sie die EXIF-Daten auf. Im Beispiel: Im Sommer 2007 haben sie Horst und Sybille am Rhein-Mosel-Eck besucht und zusammen die Gegend besichtigt. Sie haben am 09.07.2007 einen üppigen Weinhang unter blauen Himmel aufgenommen (Foto IMG_1634.jpg), Horst sandte Ihnen per E-Mail eine Nahaufnahme der Burg (PICT_2386.jpg), die auf Ihrem Bild noch im Hintergrund liegt. DAS ENTSTEHUNGSDATUM IST DURCH DEN VERSAND ÜBER INTERNET "verschwunden", das File trägt das Datum des Downloads auf ihren PC: 12.02.2010. Sybille hat Horst und Sie auf den Burgzinnen fotografiert, der Himmel ist nun etwas bedeckt (DSCF_1171.jpg). Auch hier fehlt jede nähere Bestimmung des Datums. Laut EXIF wurden alle drei Dateien am 09.07.2007 nachmittags gemacht – Ihres als Erstes auf dem Marsch zur Burg, Sybilles Foto aber VOR dem ihres Mannes! Nun haben Sie genaue Anhaltspunkte über die Einordnung der Bilder in Ihrer Galerie. Wenn Sie sich nun doch für eine andere Anordnung entscheiden, etwa eine Bildschichte "Wir wandern nach Burg Rheineck", in der man logischerweise zuerst das Motiv als Ganzes (die Burg von außen = Horst) und dann die Details (= Burghof mit Zinnenkranz; Ihr Freund und Sie) für die Diashow der Galerie "konstruieren", dann ist das eine bewusste redaktionelle Entscheidung. NOTE 1: Scans, also z. B. gescannte Papierabzüge oder Dias, enthalten keine EXIF-Datei. Weiterführende Angaben zum Besitzer des Bildes, Kameramodell und Zeitpunkt der Aufnahme sollten Sie daher, wenn gewünscht, in die IPTC-Felder oder als angehängten Kommentar (= eine weitere IrfanView-Funktion, unter IPTC aufrufbar) eintragen. NOTE 2: Sie können Teile des Dateikopfes, zumeist in kodierter Form, auch im Notepad (Windows: "Editor") ansehen. Stellen Sie dazu die Fileerweiterung von .jpg auf
.txt um und öffnen sie das File. Bei vorhandener
EXIF-Datei sollten wenigstens das Kameramodell und das Entstehungsdatum
der Aufnahme herauslesbar sein. VORSICHT!
Nicht zufällig im Notepad, der zugleich ein einfacher Texteditor ist,
in den Quelltext der Datei eingreifen – sie wäre nach dem Sichern
nicht wiederherstellbar! Am besten, Sie erstellen erst einmal
ein Kopie des Files. Vergessen Sie auch nicht, die Dateierweiterung
anschließend wieder auf .jpg zurück zu stellen. 13.02.2010 Matthias H. Rauert |
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